Varroa-Befall berechnen

Geben Sie Ihre Zählung ein: Der Rechner ermittelt den Varroabefall und vergleicht ihn mit der Schadschwelle des Monats, damit Sie wissen, ob jetzt behandelt werden muss, ob Sie gegensteuern sollten oder einfach weiter beobachten.

Schadschwellen sind Richtwerte. Lesen Sie sie zusammen mit der Stärke des Volkes, und fragen Sie im Zweifel Ihren Bienensachverständigen, Ihren Imkerverein oder Ihr Bieneninstitut.

Methode
Alle Milben seit dem Einlegen.
Tage
LWG Bayern: 7 Tage, Zwischenzählung nach 3 bis 4 Tagen.
Volk
Die Schadschwelle sinkt zum Herbst hin: Die Varroapopulation wächst den ganzen Sommer.

Ergebnis

  • 4Milben / Tagnatürlicher Milbenfall
  • Schadschwelle erreicht

Jetzt zeitnah wirksam behandeln, nach den Empfehlungen der Bieneninstitute und in Absprache mit Ihrem Bienensachverständigen oder Tierarzt. Danach den Behandlungserfolg mit einer Gemülldiagnose prüfen.

So wird gerechnet

Die Formeln

Milbenfall pro Tag = Milben auf der Windel ÷ Anzahl Tage
Befall in % = Milben × 10 ÷ Bienengewicht in Gramm (10 Bienen ≈ 1 g)

Schadschwellen der Gemülldiagnose (Milben pro Tag)

ZeitraumWirtschaftsvolkJungvolk
Mai und Juni (LWG Bayern)unter 5 grün, 5 bis 10 gelb, über 10 rot
Juli105
August52
September und Oktober22
November und Dezember0,5 bis 10,5 bis 1

Schadschwellen der Bienenprobe (Puderzucker oder Auswaschen)

JuliAugustSeptemberOktober
1 %2 %3 %1 %

Wird die Schadschwelle erreicht oder überschritten, muss nach Bienen@Imkerei 22/2023 zeitnah eine wirksame, zugelassene Behandlung erfolgen; liegen die Werte deutlich darunter, kann sie warten. Mit der Behandlung der Wirtschaftsvölker sollte spätestens Mitte August begonnen werden. Für November und Dezember zeigt der Rechner Werte zwischen 0,5 und 1 Milbe pro Tag als „erhöhten Befallsdruck“.

Was als Nächstes?

Behandeln Sie nach den Empfehlungen der Bieneninstitute und in Absprache mit Ihrem Bienensachverständigen oder Tierarzt, und tragen Sie jede Behandlung in das Bestandsbuch ein. Mehr dazu in unserem Artikel zur Varroabehandlung.

Häufige Fragen

Wie viele Milben pro Tag sind zu viel?

Das hängt vom Monat ab. Nach den Schadschwellen der Bieneninstitute (Bienen@Imkerei 22/2023) liegt die Grenze für Wirtschaftsvölker im Juli bei 10 Milben pro Tag, im August bei 5, im September und Oktober bei 2 und im November und Dezember bei 0,5 bis 1. Für Jungvölker gilt im Juli 5, im August 2.

Wie rechne ich den natürlichen Milbenfall aus?

Gemülldiagnose: eine Windel unter den Gitterboden legen, nach mehreren Tagen alle Milben zählen und durch die Anzahl der Tage teilen. Das LWG Bayern empfiehlt 7 Tage mit einer Zwischenzählung nach 3 bis 4 Tagen.

Wie funktioniert die Puderzuckermethode?

Etwa 50 g Bienen von einer Brutwabe, ohne Königin, in einen Becher mit Siebdeckel geben, rund drei gehäufte Esslöffel Puderzucker dazu, drei Minuten schütteln und die Milben auszählen. Da 10 Bienen etwa 1 g wiegen, ist der Befall in Prozent: Milben × 10 ÷ Bienengewicht in Gramm.

Welche Schwelle gilt für die Bienenprobe?

Bienen@Imkerei 22/2023 nennt für die Bienenprobe (Puderzucker oder Auswaschen) einen Befall von 1 % im Juli, 2 % im August, 3 % im September und 1 % im Oktober. Wird die Schwelle erreicht, sollte zeitnah wirksam behandelt werden.

Gelten die Werte auch im Frühjahr?

Für Januar bis April nennen die Quellen keine Schadschwelle. Für Mai und Juni verwendet das LWG Bayern bei der Gemülldiagnose eine Ampel: unter 5 Milben pro Tag grün, 5 bis 10 gelb, über 10 rot.

Quellen

  1. Bienen@Imkerei 22/2023: Varroakontrolle und Ergebnisse Frühtrachternte (11. August 2023), DLR Westerwald-Osteifel, LWK NRW, LWG Bayern, LLH Bieneninstitut Kirchhain, Landesanstalt für Bienenkunde Hohenheim, LIB Hohen Neuendorf
  2. Schadschwellen-orientiertes Varroamanagement, Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Institut für Bienenkunde und Imkerei
  3. Merkblatt Varroa: Schadschwellen (4. Auflage, 2023), Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG)

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